Medikamente richtig dosieren – unser Experte Dr. Niemann erklärt:

Medikamente sind oft notwendig und verbessern unsere Gesundheit. Dennoch gibt es klare Erhebungen, wonach viele Menschen nicht nur zu viele davon einnehmen, sondern auch die falsche Dosierung.

Das hat gesundheitsabträgliche Folgen und wussten Sie, dass bis zu 10% aller Krankenhausaufnahmen aufgrund von medikamentösen Nebenwirkungen erfolgen? Jedes Jahr gibt es Tausende an Todesfällen im deutschsprachigen Raum wegen exzessiver und falsch dosierter Medikamente und in den USA schätzt man sogar jährlich mehr als 100.000 Tote durch medizinische Präparate.[i]

Häufige Nebenwirkungen von Medikamenten

Selbst viele scheinbare Alltagsbeschwerden wie Verstopfung, Schwindel, Schlafstörungen, eine trockene Haut oder Übelkeit sind häufig nicht Folge einer körperlichen Krankheit sondern Nebenwirkung eines Medikamentes. Übrigens vermuten Forscher, dass mehr als ein Drittel aller Medikamente unnötig sind, wobei die Dosierung bei diesen Zahlen noch gar nicht berücksichtigt sind.

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Viele Präparate können in einer größeren Dosierungsspanne eingenommen werden. Doch während eine höhere Dosierung nicht immer einen besseren Therapieerfolg bedeutet, so bedeutet es oft vermehrte Nebenwirkungen. Das soll an zwei Beispielen aufgezeigt werden.

Rezeptfrei ist gleich harmlos?

Das erste ist Aspirin, oft auch als ASS (was die Abkürzung für Acetylsalicylsäure ist) bekannt. Es ist ohne Rezept erhältlich und wirkt fiebersenkend, schmerzlindernd und macht das Blut „flüssiger“, fördert also die Gerinnung. Es ist unter den zehn am häufigsten eingenommenen Präparate, gerade auch weil es Durchblutungsstörungen verhindert und bessert. Doch welche Dosierung ist optimal?

Die knappe und klare Antwort: Mehr ist nicht besser, sondern meist schlechter. So haben in einer Untersuchung die eine Hälfte der Probanden (alle hatten bekannte Gefäßstörungen) täglich 1000 mg an ASS eingenommen, während die andere Hälfte 100 mg, also ein Zehntel, einnahm. Der Therapieerfolg war genau gleich, aber die Zahl der Darmblutungen um das Fünffache bei denjenigen, die 1000 mg einnahmen, erhöht.[ii]

Die Dosis macht das Gift – Vorsicht vor Überdosierung!

Ähnliches fanden Wissenschaftler auch für cholesterinsenkende Medikamente heraus. Diese Präparate, oft als Statine bekannt, sind gar nicht mehr aus der modernen Medizin wegzudenken und Simvastatin findet sich ebenfalls unter den am zehn häufigsten eingenommenen Medikamenten, wobei auch Atorvastatin unter den obersten 50 landet. Diese Medikamente hemmen ein bestimmtes Enzym im Körper, weshalb die Cholesterinwerte absinken und weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten.

Doch oft treten aufgrund der Einnahme dieser Präparate Muskelschmerzen auf, aber auch Schlafstörungen, Erhöhungen des Blutzuckers bis hin zum Auftreten der Zuckerkrankheit Diabetes Mellitus, wie auch Verhaltensstörungen oder Atemprobleme sind beschrieben worden. Hier scheint, zumindest bei den Muskelbschwerden, ein Zusammenhang zwischen Dosierung und Nebenwirkungen zu bestehen.[iii]

Die richtige Dosis von Medikamenten ist WICHTIG!

Man könnte viele andere Medikamente aufzählen. Es ist bedauerlich, dass es immer noch Ärzte gibt, die einen Zusammenhang zwischen Dosierung und Nebenwirkungen bestreiten. Ich würde so weit gehen und behaupten dass er bei der überwiegenden Mehrzahl der Medikamente besteht.

Deshalb müssen Sie Ihre eigene Gesundheit in die Hände nehmen! Hinterfragen Sie nicht nur, ob Sie ein Medikament überhaupt brauchen, sondern auch ob die Dosierung die richtige ist. Müssen 600 mg Ibuprofen eingenommen werden, wenn 100 mg, also eine halbe 200 mg-Tablette, auch genügen könnte? Kann Ihr Blutdruckmedikament reduziert (oder gar abgesetzt) werden angesichts eines normalen Blutdruckes? Im digitalen Zeitalter sind viele Antworten in Ihrer Fingerspitzennähe.

Tipps und Ratschläge vom Experten Dr. Niemann zur Medikamentendosis

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch fünf Ratschläge an die Hand geben, damit Sie mit Ihrem Arzt besprechen können ob nicht ein Medikament vielleicht abgesetzt oder reduziert gehört:

– Falls Sie ein Präparat länger als zwei Jahre einnehmen: Kann es reduziert oder abgesetzt werden?
– Falls Sie störende Symptome wie Schwindel, Schwäche, Schlafstörungen oder Müdigkeit haben, könnte das von einem Ihrer Medikamente kommen?
– Wer älter als 65 Jahre ist, sollte abklären, ob die Medikamente überhaupt für ihn zugelassen sind.
– Wer ein neues Präparat verschrieben bekommt, sollte erörtern, ob die Dosierung richtig und nicht ein anderes abgesetzt oder reduziert werden kann.
– Bevor ein Medikamentenrezept angenommen wird, sollte gefragt werden, ob es nicht-medikamentöse Alternativen gibt.

Fazit und Quellen zum Experten Text:

Unser Experte: Dr. Peter Niemann , erfahrener Arzt und Autor rund um das Thema Gesundheit. Doktor Niemann hat einige Ratgeber geschrieben und erfolgreich publiziert. Ein ausführlicher Artikel zur Veröffentlichung der Ratgeber finden Sie hier auf https://Gutegesundheit.net

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[i] Giacomini KM et al. When Good Drugs Go Bad. Nature. 446 (7139): 975-977.
[ii] Minar E et al. Comparison of Effects of High-Dose and Low-Dose Aspirin on Restenosis After Femoropopliteal Percutaneous Transluminal Angioplasty. Circulation. 91 (8): 2167-2173.
[iii] Golomb BA, Evans MA. Statin Adverse Effects: A Review of the Literature and Evidence for a Mitochondrial Mechanism. Am J Cardiovasc Drugs. 8 (6): 373-418.

 

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